Der Triglav Nationalpark und der Naturpark PrealpiGulie haben zusammen bereits in verschiedenen EU-Projekten (z.B. recharge.green oder greenAlps, etc.) mitgearbeitet. Alle diese Projekte hatten u.a. das Ziel, die Kooperation zwischen Schutzgebieten und auch über die italienisch-slowenische Grenze hinweg aufeinander abzustimmen. Die jüngste Zusammenarbeit in dieser Hinsicht wird durchgeführt im Rahmen des Projektes ALPBIONET2030, welches ebenfalls durch das europäische Alpenraumprogramm gefördert wird – das Projektbudget liegt insgesamt bei rund 2,65 Mio. Euro und läuft von November 2015 bis Oktober 2019.

Am Mittwoch 11. Oktober 2017 trafen sich alle Partner des ALPBIONET2020-Projektes unter Leitung des Netzwerks Alpiner Schutzgebiete ALPARC im Infozentrum ‚Dom Trenta‘ im slowenischen Soca-Tal. Bei den Partnern handelt es sich um verschiedene Forschungs-einrichtungen, regionale Behörden, Interessenverbände und Schutzgebietsverwaltungen aus 6 Alpenländern. Sie haben die nächsten Schritte der Zusammenarbeit besprochen mit dem Ziel den ökologischen Verbund, das Management von Wildtieren und deren Lebensräumen und mögliche daraus resultierende Konflikte zwischen Mensch und Natur zu verbessern.  Neben dem Projektpartnertreffen gab es eine Reihe weiterer Veranstaltungen auf italienischer und slowenischer Seite. Alle diese Veranstaltungen tragen zu einem verantwortungsbewussten Management von Wildtieren und der Einbindung von weiteren damit zusammenhängenden Interessen bei. Während der Woche vom 09.-13. Oktober wurde die grenzüberschreitende Region Triglav – PrealpiGiulie von vielen Experten aus den genannten Themenfeldern besucht und interessante Beispiele aus der Region vorgestellt und diskutiert.

Das Veranstaltungsprogramm der Woche umfasste verschiedeneFormate: Zum einen gab es Experten-Workshops zur Festlegung räumlicher Kategorien für sog. Strategic Alpine Connectivity Areas (SACA) und transnationales Wildtiermanagement, einen Stakeholder-Workshop für Interessenvertreter/-innen zur Thematik‚Konflikte Mensch-Natur‘ und einen 2-tägige Veranstaltung von der Europäischen Plattform für die Ko-Existenz von Mensch und großen Beutegreifern. Der Auftakt galt allerdings Jugendlichen, für welche ein speziell zugeschnittener Workshop in den weiterführenden Schulen der Region PrealpiGiuliemit Information zu den Projektaktivitäten gehalten wurde. Auch befragte man die Jugendlichen zu ihrem Umgang und ihrer Wahrnehmung des Themas Wildtiermanagement und große Beutegreifer.

Ökologischer Verbund ist ein Schlüsselthema für eine erfolgreiche Naturschutzpolitik in den Alpen und auf globaler Ebene. Der ökologische Verbund muss in allen Alpenländern und –regionen in die Tat umgesetzt werden, um in Zeiten des Klimawandels eine alpenweite Anpassung zu ermöglichen und die großräumige Anbindung an umgebende Berggebiete und Landschaften zu erreichen. Diese einzigartige Landschaft ist durch (Über-)Nutzung und in vielerlei Hinsicht zu hinterfragende Entwicklungen bedroht. ALPBIONET2030 legt ein besonderes Augenmerk darauf, eine Vermittlerrolle zwischen wichtigen Interessengruppen wie Jagd, Forst und Landwirtschaft zu übernehmen: eine Alpen übergreifende Strategie zum Management von Wildtieren ist daher ein wichtiger Bestandteil des Projektes. 

Das übergeordnete Projektziel von ALPBIONET2030 ist es die alpenweite Kooperation der verschiedenen Akteure im Politikfeld Naturschutz und deren praktischen Umsetzung zu stärken, u.a. durch die o.g. Strategie zum Wildtiermanagement und ein räumlich konkretes Konzept zur Sicherung der Biodiversität und des ökologischen Verbunds (SACA).  Um genau dieses Ziel zu erreichen, treten die Projektpartner in einen aktiven Dialog mit der Politik, mit der Bevölkerung, mit der Wirtschaft, mit zahlreichen Interessenverbänden und der Alpenraumstrategie EUSALP.

Mehr Information über das Alpine Space Projekt ALPBIONET2030 können Sie auf der Projekt-Webseite www.alpbionet2030.eu finden.

Fotos: Karin Svadlenak-Gomez (FIWI)